Als Mutter und Tochter im Wohnzimmer bei⸗ ſammen ſaßen, begann Frau Graf die Unterhaltung mit dem witzigen Gruße: 4„Ich gratulire, Frau Chorregentin.“ Apollonia ſah verſtändnißlos auf..
„Du hörſt doch wohl?“ wiederholte die Mutter und ihr ſonſt in ſo würdige Falten gezwängtes Ge⸗ ſicht wurde ſchrecklich gequält, um ſchalkhaft ausſehen zu ſollen,„Frau Chorregentin.“
„Ich höre wohl, Mutter,“ antwortete die Tochter, „aber ich verſtehe Dich durchaus nicht.“
„Nun, das Eine iſt doch leicht zu verſtehen, daß
ich Dich als„Frau“ begrüße, nicht wahr?“ .„Aber als Frau Chorregentin—“
„Das heißt doch ſo viel als, daß Dein Künftiger ( Chorregent ſein wird.“— „Chorregent?“ machte Apollonia,„wie käme Emil—“ „Ach was, hat ſich was mit Emil. Das iſt noch eine Taube auf dem Dach, ich aber habe einen Vogel
in der Hand, das iſt beſſecr.“
Apollonia konnte zwar der Mutter nicht beiſtim⸗ men in der Bezeichnung Emil's als„Taube auf dem Dach,“ aber ſie hielt den Zeitpunkt nicht dazu ange⸗
etwas deutlicher ausſprechen? Ich weiß nicht ob Du
mir ein Räthſel aufgeben willſt oder nicht, jedenfalls
aber weiß ich, daß ich jetzt zu müde bin, um mich mit Glück im Errathen zu verſuchen.“
than, jetzt die Meinung der Mutter zu ceorrigiren. Sie ſprach daher: .„Aber liebe Mutter, möchteſt Du Dich nicht lieber
——————O


