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„Gewiß beſchäftigt ſie ſich mit meinem, unſerem Glück,“ dachte Emil, als er die Geliebte betrachtete.
„Hohl iſt offenbar in mich verliebt,“ überlegte ſich Apollonia,„ich muß mir doch überlegen, wie ich das ausnützen kann.“
Auf dieſe Weiſe waren die Gedanken der Beiden unzweifelhaft ganz angenehm, wenn auch Emil nicht ganz in's Schwarze gerathen hatte.
Es war abgemacht geweſen, daß erſt nach Mitter⸗ nacht Frau Graf die Tochter ablöſen ſolle. Es er⸗ ſchien darum auffallend, daß die Mutter ſchon vor Mitternacht kam und Apollonia nach dem Wohnzimmer rief. Offenbar drückte etwas Wichtiges das mütter⸗ liche Herz.—
Es war auch keine Kleinigkeit. Als der Herr Chor⸗ regent vom Wirthshauſe heim kam— ein Ereigniß, das Apollonia zur gewohnten Stunde wohl vernom⸗ men, ihm aber keine weitere Beachtung geſchenkt hatte— hatte er, entgegen ſeiner ſonſtigen Gewohnheit noch ein Geſpräch mit ſeiner Gattin angeknüpft, welche die ver⸗ mehrte Einbuße, die ihr ohnedem ſchon verkürzter Schlaf dadurch erlitt, bereitwillig verzieh, als ſie die Mittheilungen des Gatten erfahren hatte. Dieſe Mit⸗ theilungen bis zum andern Morgen aber bei ſich zu behalten, ohne ſie an ihre Tochter Apollonia weiter⸗ ſpedirt zu haben, wäre ihr platterdings unmöglich ge⸗ weſen und ſo war denn die Perle aller Frauen und Mütter aufgeſtanden, um mit der Tochter die wichtigen Nachrichten, die der Vater heimgebracht, zu überlegen.


