Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Der Redacteur hätte beinahe ſich verſchnappt und ſtattFräulein Apollonia eines andern Ausdrucks, wieneugierige Perſon oder dergleichen, ſich bedient, als ihm noch rechtzeitig die Affaire von geſtern Nach⸗ mittag auf dem Turnplatze einfiel.

Sagen Sie'mal, fragte er,was war denn das geſtern mit Ihnen und Fräulein Graf?

.Wie ſo?

Ihr habt ja eine förmliche Liebſchaft mitſ

Oh, oh.

Na, das Mädchen hat Sie vor allen Leuten ge⸗ dutzt, mehr kann man nicht verlangen.

Das war Schreck, Ueberraſchung..

Allerdings, ohne Schreck und ohne Ueberraſchung würde ſie ſich nicht vergeſſen haben, das glaube ich wohl. Was ſoll aber daraus werden?

Will's Gott, ein Paar, verſicherte Emil.

Meinen Segen habt Ihr, lachte Hohl,der kann Euch aber leider nichts nützen.

In dieſem Augenblick trat Apollonia in's Zimmer; Hohl würde dieſes Geſprächsthema abgebrochen haben, aber Emil führte es weiter, indem er ſprach:

Oh, Herr Hohl, Ihr Segen kann uns doch von Nutzen werden, wenn Sie ihn uns nur auch völlig ertheilen.

Wie ſo? fragte Hohl, der ſich faſt ein wenig un⸗ behaglich fühlte, denn er witterte im Hintergrunde ein Attentat auf ſeine Caſſe. Derartige Unternehmungen liebte er aber gar nicht; er ſchenkte bereitwillig eine oder einige Zehnernoten her, aber ſchröpfen ließ er ſich durchaus nicht gerne.

ammen?