Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25

Nein, das iſt allerliebſt, lachte die Dame,finde ich unſeren geſeierten Gilles Cave, den Paganini re- divivus, in einem kleinen Neſt als Ackerbürger Aegidius Keller wieder; es iſt zum Todtlachen.

Und Aegidius ſtimmte herzlich in dieſe Luſtigkeit mit ein.

So, nun aber Revanche, ſprach er nach einer Weile,Sie ſind keinenfalls aus ſo triftigem, wenig⸗ ſtens nicht aus ſo einfachem Grunde hier, Diva, wie ich.

Vor Allem, lieber Freund, begraben Sie hier und ich darf wohl gleich beiſetzen: für immer die Diva. Was Sie jetzt vor ſich ſehen, iſt nicht mehr die triumphlüſterne Sängerin, ſondern eine ganz harm⸗ loſe Vergnügungs⸗ oder wenn Sie wollen Geſchäfts⸗ reiſende, Fräulein Leontine Levasco.

Was hör' ich?Sie wollen Ihrer Kunſt ent⸗ ſagen? Jetzt, im Zenith Ihres Ruhmes?

Caro pfui! Wir ſind unter uns; ich fühle mich noch viel zu ſehr als Ihre bisherige Collegin, um von Ihnen ein alltägliches Compliment acceptiren zu wollen, aber ich möchte Sie, der Sie ſonſt immer ein ſo aufrichtiger und ehrlicher College waren, auch nicht auf einer Falſchheit ertappen müſſen.

Bei Gott, mein Fräulein, Sie ſprechen mit mir daindin in Hieroglyphen.

O, ich fühle ſelber ſehr gut, mein Freund, daß eine menſchliche Stimme nicht, wie Ihr geliebter Amati, an Tonfülle gewinnt, je älter ſie wird. Ich weiß ganz vortrefflich, daß ich ſchon öfter gezwungen bin zu Künſteleien meine Zuflucht zu nehmen, wo mein Stimm⸗ 3*