Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
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dürfe. An einem ſolchen Gelde kann kein Segen kleben. Ich kann es weder mir noch meiner Erbin wünſchen. Entziehe ich es dieſer, ſo hat ſie Urſache, ſich zu be⸗ klagen, überlaſſe ich es ihr, ſo mache ich ihr ein Ge⸗ ſchenk, das ihre Strafe werden kann.

Sie ſprechen von einer Erbin; ich habe doch nie von Ihren Verwandten reden hören? fragte Aegidius.

Meinſt Du, daß ich Dir zwiſchen unregelmäßigen Zeitwörtern hindurch etwa von meiner Nichte hätte reden ſollen, die damals noch ein kleines Schulmäd⸗ chen war?

Sie haben eine Nichte? am Ende haben Sie auch noch Geſchwiſter?

Gehabt, meine letzte Schweſter ſtarb vor etlichen Jahren, da nahm ich ihr kleines Töchterchen zu mir, und ſeitdem iſt ſie da.

Hier? Sie haben eine Nichte bei ſich?

Nun, ja doch, iſt denn das gar ſo etwas Wunder⸗ bares? Du biſt wohl am Ende auch ſo ein ſtädtiſcher Schürzenjäger geworden, daß Du nicht mehr ſtill ſitzen kannſt, wenn Du von einem Mädchen nur reden hörſt?

Wahrhaftig nicht, betheuerte Aegidius,aber ich dachte nur daran, wie urkomiſch das ſein muß, in Ihrem Hauſe außer der alten Gertrud noch ein weib⸗ liches Weſen zu ſehen, das nicht den ganzen Tag ſchmält. Oder thut das Ihre Nichte am Ende auch?

Du biſt noch immer nicht vernünftiger geworden, als Du warſt, ſchalt der Benefiziat,man ſagt doch ſonſt Reiſen mache klug. Da fällt mir eben etwas

Reichner, Stürme im Waſſerglas. II. 2

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