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2. Band (1875)
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12

Mein Vermögen? Warum ſagen Sie nicht unſer Vermögen?

Verzeih's Gott dem, der's zu unſerem Vermögen machte, platzte der Benefiziat heraus.

Geht das auf meinen Vater, als Verfaſſer des ſeltſamen Teſtaments, oder auf mich, der ſo eigenſinnig war, den Stand, in dem ich leben ſollte, ſelber mir wählen zu wollen?

Siehſt Du Junge, ſprach Kölblich,ich habe Deinen Vater gerne gehabt, aber, weiß es unſer Herr⸗ gott, hätte ich eine Ahnung gehabt, welchen Streich er mir mit dem verwünſchten Teſtamente ſpielen würde, ich hätte ihn nie über meine Thürſchwelle gelaſſen.

Nun, nun, begütigte Aegidius,iſt's denn gar ein ſo großes Unglück, eine Erbſchaft in Empfang nehmen zu müſſen?

Für mich ja, allerdings. Merkſt Du denn nicht, daß, wenn ich die Hälfte des Dir von Gott und Rechts⸗ wegen zukommenden Vermögens einſtecke, alle böswil⸗ ligen Urtheiler ſagen werden:Seht da, da hat wie⸗ der ein Pfaffe Erbſchleicherei getrieben! Und wenn ich's nur wenigſtens verſchenken dürfte! Aber auch das hat der alte Keller hintertrieben; es iſt mir teſtamen⸗ tariſch verwehrt, den mir eventuell zufallenden Ver⸗ mögenstheil bei lebendigem Leibe zu verſchenken.

Die Verzweiflung des alten Geiſtlichen war ordent⸗ lich komiſch, Verzweiflung darüber, daß er ein für ſeine Verhältniſſe wohlhabender Mann werden ſollte.

Da iſt freilich nichts anderes zu machen, als ſich ins Unvermeidliche fügen, lächelte Aegidius.

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