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„Du haſt gut lachen,“ jammerte der alte Mann, „Du haſt ſchon als ein junger Mann Dich daran ge⸗ wöhnt, das Geld wie Laub zu betrachten; Du biſt nicht daran gewöhnt, wie ich es ſeit dreißig Jahren bin, Jahr für Jahr gleichmäßig fortzuleben, einfach und ſparſam, aber auch ohne Sorgen. Ich hatte jeden Tag meine volle Schüſſel auf dem Tiſch, hatte Sommer wie Winter meine ganzen Kleider, wenn's draußen ſchneite und ſtürmte meine geheizte Stube und wenn ich Abends mein Brevier zu Ende geleſen hatte, mein weiches Bett.— Was konnte ich mehr fordern? Was kann mir dieſes unglückſelige Geld mehr verſchaffen? Sorgen, Aerger, Verdruß,— o ich werde mit dieſem ſchrecklichen Erbe zuletzt ſelber noch ein
ſem 9 be zulest 9 ganz ſchlechter Menſch werden.“
Aegidius lächelte nicht mehr,— die Erregung des
83 9 7 3 B Alten verlor, trotz des ſel
tſamen Grundes, über den ſie entſtand, alles Komiſche. Beredter konnte der ſo oft angewendete und doch nie geglaubte Satz, daß Geld nicht glücklich mache, ſicher nicht mehr illuſtrirt werden, als es hier durch den genügſamen Kölblich geſchah.
„Verwenden Sie das Geld zum Bau einer Kapelle, oder ſtiften Sie damit ein Benefizium“, rieth Aegidius dem alten Lehrer.
Aber dieſer fuhr auf:
„Biſt Du toll geworden, Kleiner? Hältſt Du mich alſo jetzt ſchon, wo ich das verfluchte— verzeih' mir's Gott— Geld noch nicht einmal habe, für einen Pfaffen? Soll ich durch einen Kapellenbau mir wie ein hoch⸗


