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wenn wir heute um dieſelbe Anzahl Jahre jünger wären, als die Zeit unſerer Trennung währte, und Du frügeſt mich um die Erlaubniß zur Wahl dieſes Berufs, ich würde ſicher ganz entſchieden„Nein“ ſagen, und hätte ich auch Brief und Siegel darauf, daß Du der größte Künſtler Deiner Zeit würdeſt.“
„Aber warum das?“
„Ich habe nur Menſchen beobachten gelernt, die immer mit einem, meiſt ſogar mit beiden Füßen auf der Erde ſtanden. Und da fand ich, daß alle Die⸗ jenigen nicht blos unglücklich ſich fühlten, ſondern es in Wahrheit auch wirklich waren, die heimathlos, wie hineingeſchneit, in der Welt umherzogen. Die erſte Baſis für Menſchenglück iſt Zufriedenheit, dieſe aber kann nur am eignen Herd gedeihen; es giebt keinen Glanz, keinen Ruhm, keinen Erfolg, der im Stande wäre das einzige Etwas zu erſetzen, das der irdiſchen Güter höchſtes iſt: den eigenen heimathlichen Herd.“
„Wer ſagt Ihnen denn aber, daß ich darauf ver⸗ zichte?“
„Du mußt es, Du haſt keine Wahl. Der Virtuos gehört der ganzen Welt, gehört der Heerſtraße an, zwiſchen ihm und dem Zigeuner iſt kein anderer Unter⸗ ſchied, als daß der Erſtere einen guten Rock anhat, mit Extrapoſtpferden fährt und in den erſten Hotels abſteigt, während der Letztere zerlumpt im Schmutz der Landſtraße dahinzieht und heimlich in Bauern⸗ ſcheunen übernachtet.“
„Sie ſind hart, Herr Benefiziat, und— nicht ganz gerecht. Auch wir, die wir die Welt durchziehen, haben


