Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
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Sie wiſſen alſo, daß ich ein Muſiker geworden bin.

Ja, entgegnete kurz der Benefiziat, er mochte nicht in den Fall kommen, geſtehen zu müſſen, daß er ſich während der ganzen vergangenen Zeit viel mehr um ſeinen Exzögling gekümmert, wie dieſer um ſeinen Lehrer, und daß er ſich immer Nachrichten über ihn zu verſchaffen geſucht und gewußt habe.

Woher wußten Sie aber denn, daß ich es war der vorgeſtern Nacht auf derPoſt gegeigt?

Nun ſo viel Combination zu haben, iſt eben kein Wunder. Wenn ein berühmter Geiger ſich einmal nach Lindenheim verirrt, ſo muß er andere Gründe haben, als mit ſeinem Metier zuſammenhängende. Es war klar, daß nur Du es ſein konnteſt, der den heim⸗ kehrenden Wirthshausbummlern ein Gratisconcert ge⸗ geben hat.

Aegidius überhörte gerne den letztern verſteckten Vorwurf und hielt ſich lieber an der Anerkennung berühmter Geiger feſt. Aus dem Munde Kölblich's war ihm dieſes Lob werthvoller wie der höchſte Weih⸗ rauch eines kritiſchen Eſſays.

Alſo haben Sie ſich doch mit meiner eigenſinnigen Berufswahl ausgeſöhnt? fragte er den Benefiziaten.

Ob ja, ob nein, antwortete dieſer,was liegt daran jetzt, nachdem an der Sache doch nichts mehr geändert werden kann?

Iſt's denn gar ſo etwas Schreckliches, ein Künſtler zu ſein?

Ich weiß es nicht, geſtand der Geiſtliche,denn ich habe mich nie um ſolche Leute bekümmert. Aber