Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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Spaziergänge entſtanden und Bäume gepflanzt wurden, an denen die unvermeidlichen Stricke zum Wäſche⸗ trocknen befeſtigt ſind.

Um vom Innern der Stadt Lindenheim zu reden, ſo betonen wir zunächſt, daß dem Eintretenden, nach⸗ dem er das aus ſchwarz gewordenem Backſtein erbaute Stadtthor, in deſſen Bogenwölbung ſich ächzend eine Oellaterne mit blinden Scheiben an einem vielfach geknoteten Stricke wiegt, paſſirt hat, die Merkwürdig⸗ keit auffällt, daß alle Häuſer mit der Giebelſeite nach der Straße gebaut ſind, was dieſer ein unendlich ko⸗ miſches Ausſehen verleiht, denn die einzelnen Häuſer

mit ihrer ſpitzzulaufenden Vorderwand ſehen ganz wie

nebeneinandergeſtellte Zipfelmützen aus.

Die Stadt Lindenheim beſitzt auch mehrere größere Gebäude, die mit den kleinen Wohnhäuſern der guten Bürger contraſtiren. Dieſe größeren Gebäude ſind urſprünglich ſämmtlich Klöſter geweſen, aber nur theil⸗ weiſe dieſer Beſtimmung erhalten geblieben. Noch nennt Lindenheim zwar zwei Frauenkloſter ſein, deren Glieder ſich mit Erziehung und Krankenpflege, nicht minder aber auch mit Feldarbeiten in ausgedehntem Grade befaſſen, aber die übrigen Kloſtergebäude, ſelbſt⸗ verſtändlich war ein Jeſuitencollegium darunter geweſen, müſſen jetzt profanen Zwecken dienen. Theils ſind ſie zu Gerichts⸗, theils zu Braulokalitäten verwendet.

Und Gerichtslokalitäten hat Lindenheim viele nöthig, denn die Zahl der Beamten, die ihren Sitz in Lindenheim haben, iſt enorm und wenn man auch von verſchiedenen derſelben ſo recht eigentlich nicht wußte, wozu ſie unſer

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