Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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Gütern und Herrſchaften dotirte, ein doppelter Vor⸗ zug gegen unſere heutige Gewohnheit, inſoferne als dadurch den Dotirten die Mühe geſpart blieb, ſich für ihr erhaltenes Geld erſt Güter kaufen zu müſſen, und dann als dadurch Herrſchaften, welche mehr gleichſaher als werth waren, glücklich an Mann gebracht wurden, denn ſchon damals kannte man das ſchöne Wort: Einem geſchenkten Gaul u. ſ. w.

Doch kehren wir zu Lindenheim zurück. Linden⸗ heim hat alſo ſeine hif ſtoriſche Vergangenheit, ſo gut wie Aachen und Worms und wenn es in unſern Tagen aufgehört hat die Rolle einer freien Reichsſtadt zu ſpielen, ſo iſt das ein Unglück, welches Lindenheim würdig mit ſeinen vielen Schickſalsſchweſtern theilt.

Zwei Hauptſtraßen kreuzen ſich in Lindenhenm, die Kreuzungsſtelle iſt zugleich der Marktplatz. Von ihm aus ſieht man nach allen vier Himmelsgegenden, ſo weit es nämlich die vier Stadtthore, welche ſich am Ende dieſer vier Straßen befinden, geſtatten. Wenn Jemand auf dem Marktplatz nieſt, ſo kann man ihm von allen vier Stadtthorenproſit zurufen, wenn ſich nämlich dort gerade zufällig ein Menſch befinden ſollte, gehört kann er wenigſtens die Naſenerleichterung vom Marktplatz her haben. Die vier Stadtthore ſind mit einer Mauer verbunden, wie ſich das bei einer ehemaligen Reichsſtadt von ſelbſt verſteht, in die Mauer ſind Schußſcharten geſchnitten, welche idylliſch Vogel⸗ neſter beherbergen, vor der Mauer iſt ein breiter Gra⸗ ben ausgehoben, deſſen Erde zum Glacis ausgeworfen iſt, auf dem in Anbetracht der friedlichen Zeiten