Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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Lindenheim lag und liegt an einem Flüßchen die Linde geheißen welches man indeß, vermuthlich aus Bosheit der Atlantenmacher, nur auf den Spezial⸗ karten des topographiſchen Büreaus vom General⸗ quartiermeiſterſtabe findet, obwohl der Fluß mit einer prächtigen jochloſen Steinbrücke überbrückt iſt, auf der man die hiſtoriſche Erinnerung leſen kann:

Dieſe Brücke iſt erbaut in dem beglückten Jahr,

In dem Pius VI. Papſt in unſerm Deutſchland war. Höchſt ſinnig hat der leider nicht mit ſeinem Namen auf die Nachwelt überkommene Lindenheimer Stadtpoet hierbei die Möglichkeit der Annahme offengelaſſen, daß

Pius VI. deutſcher Papſt geweſen ſei. Es iſt dieſe

Ungenauigkeit in Führung der Stadtgeſchichte um ſo bedauerlicher, als wir offenbar in jenem Stadtpoeten von Lindenheim bereits einen Vorausahner der unſere Zeit durchſtrömenden Abſicht der Errichtung einer katho⸗ liſchen Landeskirche für Deutſchland zu ſuchen haben.

Auf Kanonenſchußweite vom Städtchen entfernt erhebt ſich auf einem Hügelzuge, an den ſich Linden⸗ heim lehnt, eine halbverfallene Burg, ehedem der Sitz verſchiedener edler Herren. Wenn ich ſage ,Sitz, ſo iſt das indeß nicht buchſtäblich zu nehmen, inſoferne als das Schloß die Lindenburg faſt von jeher zu dem beſcheidenen Geſchick verurtheilt war, unbewohnt zu bleiben. Die Lindenburg war lange Zeit hindurch Kronlehen und nicht vergeben. Schon in früheren Zeiten kannte man die famoſe Einrichtung der Dota⸗ tionen, nur mit dem Unterſchied gegen heute, daß man damals nicht mit preußiſchen Thalern, ſondern mit

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