Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1830)
Entstehung
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283 WMMNAN

Der Juſtitiarius ging zur Graͤfin, um ſie auf die frohe Nachricht, daß ſie nicht kin⸗ derlos, vorzubereiten, denn nun zweifelte er nicht mehr an der Ausſage des Verbrechers. Doch zu ſeinem Erſtaunen fand er ſie, die noch vor wenigen Stunden von wahrer Her⸗ zenstrauer tief gebeugt worden war, jetzt in der freudigſten Bewegung. An ihrem Buſen weinte Emma Freudenthraͤnen, zu ihrer Rech⸗ ten ſtand ein ehrwuͤrdiger Franziskanermoͤnch und zu ihren Fuͤßen kniete Sabine. Dieſe, welche Zeugin geweſen von der Ermordung ihres Sohnes, war gleich, nachdem ſie ſich von ihrer Ohnmacht erholt, von Gewiſſens⸗ biſſen und lange ſchon genaͤhrter Reue gefol⸗ tert, aus dem Hauſe geeilt und geradeswegs nach Erfurt gewandert. Fruͤher war ſie oͤf⸗ ters dorthin nach einem Franziskanerkloſter gewallfahrtet, in welchem ſich ein Muttergot⸗ tesbild im Geruch beſondrer Heiligkeit befand. Sie hatte, wohl ſchon vor zehn Jahren, dem Pater Johannes in demſelben Kloſter den Kindertauſch gebeichtet, und dieſer ihr jede

Abſolution verweigert, bis ſie ihr Verbrechen