ruͤcktrat. Unaufhaltſam eilte ſie zur Graͤfin, welche ſich, ihrem Schmerze hingegeben, in ihr Kabinet verſchloſſen. Dort warf ſie ſich ihr zu Fuͤßen und bat unter Thraͤnen, Otto frei zu laſſen und ihn nicht laͤnger des ſchreck⸗ lichen Verbrechens zu beſchuldigen; denn ſie war feſt von ſeiner Unſchuld uͤberzeugt, ob⸗ gleich ſie keinen Beweis dafuͤr hatte. Die Graͤfin aber entgegnete ernſt:»Es mußte der erſte Verdacht auf Otto fallen, da er, wie mir ein Diener erzaͤhlt, geſtern mit meinem Sohne im Schloßhofe in heftigen Streit ge⸗ rieth, und Rudolph gleich nach ihm das Schloß verließ, mit der lauten Aeußerung: er wolle dem Verbannten bis zur Grenze das Geleite geben. Leicht moͤglich, daß ſie in Rabeswalde im Jaͤgerhauſe zuſammentrafen, daß Otto aus Rache, oder gereizt durch neue Kraͤnkungen, ſich vergaß und mir ſo großes Herzeleid bereitete!l?« 3
»Nein, nein!« erwiederte Emma ver⸗ trauungsvoll, yſo weit konnte ſich Otto nim⸗ mer vergeſſen; er wird ſich reinigen von jedem Verdachte.«


