Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1830)
Entstehung
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249 AMAAVNN

Sie ſaß mit ihrer muͤtterlichen Freundin beim Fruͤhſtuͤck, Graf Rudolph an ihrer Sei⸗ te, mit widerlicher Freundlichkeit bemuͤht, durch Schmeicheleien und alltaͤgliche Galante⸗ rieen ſie zu unterhalten. Doch ſchien ihm dies nicht recht gelingen zu wollen, denn Emma, ſonſt von der heiterſten Laune er⸗ fuͤllt, blieb heute einſylbig und hoͤrte ſeine Worte nur halb. Der zudringlichen Bemuͤ⸗ hungen Rudolphs, die fade Unterhaltung fort⸗ zzuſetzen, endlich uͤberdruͤſſig, unterbrach ſie ihn ploͤtzlich und ſo gleichguͤltig als moͤglich ſcheinend, mit der Frage:»Wo bleibt doch Otto? Ich habe ihn heute ja noch gar nicht geſehen!« 4

Der Graf lachte beinahe laut auf und ſchwieg dann geheimnißvoll, doch die Graͤfin wurde aufmerkſam und befahl einem Diener, Otto aufzuſuchen.

»Wirſt ihn ſchwerlich ſinden, denn er ſitzt zwiſchen Himmel und Erde!« rief ihm Rudolph lachend nach, und fuhr, zu ſeiner Mutter gewendet, fort:»Wieder einer von meinen luſtigen Streichen. Wenn Sie mir