Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

248 WANNNNN

neigung erwecken mußte. Die dunkelblauen Augen voll Leben und Feuer, die freie Stirn, auf welcher faſt ſtets der Frohſinn thronte, die dunkle Lockenfuͤlle, welche in natuͤrlichen Formen ſich um Haupt und Schulter ringelte, der kleine, faſt immer laͤchelnde Mund, und Wangen mit der Ju⸗ gend Roſenfarbe, gaben ihrem Antlitz einen unausſprechlichen Reiz. Unſchuld ſprach ſich aus in ihren Reden und Handlungen, Hei⸗ terkeit in den raſchen, ungezwungenen Bewe⸗ gungen ihres zartgebildeten Koͤrpers. Heute, am Allerheiligentage, feierte ſie gerade ihren ſiebenzehnten Geburtstag und Alles wetteifer⸗ te, an dieſem Tage ihr Freude zu gewaͤhren, ihr zu beweiſen, wie ſehr ſie ſich die Liebe Aller, die ſie umgaben, gewonnen. Von der Graͤfin und deren Sohn Rudolph war ſie ſchon am fruͤhen Morgen reichlich beſchenkt worden; auch die Dienerſchaft hatte ſchon ihre Gluͤckwuͤnſche, und was ſie ſonſt bieten durfte und konnte, dargebracht, und dennoch ſchien Emma mit unruhiger, faſt aͤngſtlicher Erwartung noch Jemandes zu harren.