AUAAN
Myrthenſtock im Fenſter; doch der war in der vor'gen Nacht ganz abgeſtorben, und ohne Kranz lag ſie am andern Tage im ſchmalen Sarg. Da war ich meiner Sinne nicht mehr maͤchtig, mir war's, als ſiedete mein Hirn, als drehte ſich mein Haupt im Kreis herum auf meinen Schultern. Doch jetzt, jetzt kann ich wieder denken. Ich ge⸗ dachte laͤngſt ſchon ihrer Bitte, doch meine Nachbarn hielten mich noch immer einge⸗ ſperrt; ſie ſagten, ich ſey toll, und hatten mir die Keruͤcken weggenommen. So hab' ich heute denn gewartet, bis es dunkel wurde, und ſprang durchs Fenſter ohne Kruͤcken und ſchleppte mich ſo fort; kroch durch den Zaun in Deines Braͤutchens Garten, dort hab' ich ihr die Myrthe weggenommen— ſieh! ſieh!— ſie ſteht in voller Bluͤthe, weiß, weiß, wie meines todten Gretchens Antlitz, die zarten Knoͤspchen alle. Ich will das Baͤumchen auf ihr Grab pflanzen, zu ih⸗ rem Haupte ſoll es Wurzel ſchlagen, drei
Zweige ſchneid' ich davon ab mit meines
Gretchens ſcharfem Meſſerchen und winde ſie


