Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1829)
Entstehung
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21 MNAANNN

reichte ihm freundlich beide Haͤnde dar, ſchlang dann ihren rechten Arm um ſeinen Nacken, kuͤßte ſeine bleichen Wangen zum Morgengruße und erkuͤnſtelte ſo die heiterſte Laune; doch indem ſie uͤber ſein langes Außenbleiben mit laͤchelnder Miene ſcherzen wollte, nagte ſchaͤrfer als jemals der Kummer an ihrem blutenden Herzen bald verſagte ihr die Stimme und ein leiſes Sahauch⸗ zen verdraͤngte jeden Scherz.

Er ſtuͤtzte ſich auf ihre Schultern, langzam erhob er ſein tief herabhaͤngendes Haupt und heftete forſchend ſeine matten Blicke auf der Tochter Antlitz, doch augenblicklich wendete er ſich ab, als er ihre Thraͤnen gewahrte, hielt ſie, von ſich abwehrend, zuruͤck, als ſie au afs neue liebkoſend ſich ihm naͤhern wollte und ſprach mit ſchwacher, heiſerer Stimme:geh' an Deine Geſchaͤfte, gu⸗ te Mathilde, laß mich jetzt nur eine Stunde ruhen.

Er wagte es nicht mehr, fein Ange zu ihr zu erheben, doch ergriff er ihre Hand, druͤckte ſie krampfhaft und ſchlich dann tiefgebeugt ins Haus. Mathilde folgte ihm langſam, oͤffnete die Thuͤr des kleinen Kramladens, ſuchte hier Beſchaͤfti⸗