N
12 WMWAN
„Verdammter Poſtmeiſter!“ hub er endlich wieder an—„liegt der liebe, herzensliebe Brief ſchon uͤber ſechs Tage lang druͤben in Rixen, und wir lauern indeſſen hier wie die Narren auf Nach⸗ richt von unſerm Jungen.— s iſt doch bei mei⸗ ner armen Seele wahr! s iſt mir nicht leid um das viele Geld, das ich an ihn gewendet habe; mag was Rechtſchaffenes gelernt haben, und ſchreibt einen Brief, wie'n Buch le
„Und huͤbſch muß er geworden ſeyn— ent⸗ gegnete die gluͤckliche Mutter—„und groß und ſtark, und feine Waͤſche muß er haben, Alles dutzendweis. In Modekleidern wird er einher⸗ gehen, daß ich mein eignes Blut nicht wieder⸗ erkennen werde, und allen jungen Maͤdchen in der Stadt wird er die Koͤpfe verdrehen; nun er hat ja's Ausſuchen! huͤbſch iſt er, jung iſt er, reich iſt er, was gelernt hat er, und ehrlich und
brav iſt er gewiß auch in der großen Stadt ge⸗
blieben, wie er immer war.— Aber wo fang ich andk alle Haͤnde voll zu thun, denn empfan⸗ gen ſoll er werden, wie ein Prinz.— Heda, ihr
Wettermaͤdchen, jetzt ruͤhrt Euch! Anna—
Chriſtina— Rebetka— Dore— wo ſteckt Ihr


