Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1829)
Entstehung
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MWAVN

Herzen zu verdraͤngen, mochten ihn zu einer Haͤrte verleiten, die ſeiner Tochter eben ſo freind

war, als ſie ſich ſchmerzlich dadurch verletzt fuͤhlte, denn ſie ſah ihr ganzes Lebensgluͤck da⸗

durch zerſtoͤrt, und der kindliche Gehorſam, den ſie hier nicht zu leiſten vermochte, ſchien ihr zum erſten Male eine ſchwere Buͤrde. Die innigſten Wuͤnſche ihres Herzens konnte kein vaͤterliches Machtwort unterdruͤcken noch verban⸗ nen, deshalb blieb ſie auch fern von ihrem Va⸗ ter im einſamen Gemache und hier floſſen ihre Thraͤnen der gefaͤhrdeten Liebe ſtill geweiht. Antons Gegenwart ahnete ſie hier nicht und ſchon keimten Zweifel an ſeiner Treue in ihrem Buſen, welche mit giftigem Stachel ihren Schmerz noch vermehrten. Von quaͤlender Angſt gefoltert, ſchritt ſie im Zimmer auf und ab, die Decke ſchien auf ihr zu laſten, die Waͤnde naͤher zuſammengeruͤckt, das geraͤumige Gemach ſo beengt, daß ſie ſich hinausſehnte in die freie Natur. Sie oͤffnete die Fenſter und ſchaute hinaus in die wilde Gewitternacht. Kaum vermochte ſie es, die Gegenſtaͤnde im Garten zu unterſcheiden, und doch ſchien es ihr, als