Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1829)
Entstehung
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WAN

wenn ſie nicht ſo unmenſchlich reich waͤre, das

waͤre ſo ein Frauchen fuͤr Sie. Wenn ich

mir die im Hochzeitsputze denke, da gehen mir⸗ gleich die alten Augen uͤber, denn da muß ſie

doch ausſehen wie ein lebendiges Heiligenbild.

Gott vergelt's, was ſie an mir und andern

armen Menſchen Gutes thut, und wenn der

Himmel meine Bitte erhoͤrt, ſo wird er's ihr in der Ehe geſegnen.

Hier hielt ſie ein in ihrer Rede und trock⸗ nete ſich mit der Schuͤrze die Thraͤnen von der runzlichten Wange; Feldner aber trat ans niedre Fenſterchen, um ſeine naſſen Augen zu verbergen, denn ihre Worte hatten ihn tief erſchuͤttet. Louiſe, die reiche Erbin, war

durch ihre Verhaͤltniſſe ſo weit von ihm ent⸗ ¹. fernt, und doch ſtand ſie ſeinem Herzen ſo na⸗ he. Schweigend, mit gefalteten Haͤnden,

blickte er durchs offne Fenſter, wehmuͤthig haf⸗ tete ſein Blick auf den bluͤhenden Gaͤrten tief unter ihm, die Louiſens Vater gehoͤrten. Oft hatte er hier gelauſcht, wenn ſie die duftenden* Blumen pflegte und von Beet zu Beet huͤpfend, die ſchoͤnſten, wuͤrzigſten Bluͤthen