Teil eines Werkes 
2. Theil (1834)
Entstehung
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austrat. Ihn verdorren zu laſſen unter dem heißen Sonnenſtrahle meines Hochgefühls für Recht und Wahrheit, war ein leichtes Spiel; doch ſchwerer, vielleicht unmöglich möcht' es werden, den feſten Stamm, der ſchon fünf Jahrzehenden in Eurer Bruſt gewurzelt, zu erſchüttern oder gar zu fällen. Er bot Euch wohl ſchon manche Balſamfrucht im Leben und Kühlung fandet Ihr wohl oft in heißen Ta⸗

gen unter ſeiner ſchattenreichen Krone; drum

will ich ſeine Wurzeln nicht betaſten, die un⸗ ablöslich ſich um Euer Herz geſchlungen, und ohne die Wurzeln loszureißen könnt Ihr mich ja nie verſtehen, nie meine Handlungen nach

ihrem wahren Werthe richten, gut heißen oder

ſie verdammen. Der, den wir Alle hochver⸗ ehren, lehrt Duldung jedes Glaubens; ſo

duldet, edle Frau, denn auch den meinen und

richtet nicht zu vorſchnell. Zürnt Ihr mir noch ſo lange, ſtraft Ihr mich am härteſten und verachtet mich ſogar, ſo wird doch nimmer meine Dankbarkeit erlöſchen und bis zum Tode mir die heil'ge Pflicht gebieten, Euch zu lie⸗ ben, Euch zu ehren, wie man eine Mutter