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und einem feingemalten Muttergottesbilde ver⸗ ſehen, die öſtliche Ecke ihres Wohngemachs einnahm.
„Richeſſa!“ ſprach ſie im klagenden Tone, ihr einen Schlüſſel darreichend.„Geh hinüber in meine Schlafkammer, öffue mein Schatz⸗ käſtlein, nimm daraus zehn Mark löthigen Sil⸗ bers und bringe ſie dem Caſtellan, damit er ſie nach Drontheim ſende ins Eremitenkloſter, an meinen Beichtiger, den Pater Euſtachus. Der fromme Mann ſoll einſtweilen für mich beten, ſobald er aber kann, mich ſelbſt heim⸗ ſuchen hier auf meiner Burg, damit ich ihm
beichte; denn ſchwere Schuld drückt mich dar⸗ 4
nieder.“.
„Ei, Mutter!“ entgegnete Richeſſa mit leichtfertigem Lächeln;„was quält Ihr Euch doch ſo entſetzlich? Nehmt Eure Schlüſſel wie⸗ der, laßt das Silber nur im Schatzkäſtlein und mindert meine Morgengabe nicht durch Eure Scrupel. Die frommen Männer im Ere⸗ mitenkloſter beduͤrfen nicht des irdiſchen Gu⸗ tes; was wäre ihr Gelübde, wollten ſie nach Silber geizen?— Laßt Euern frommen Vater


