edeln Geſchlechtes der Henrichſon, nur noch die Wittwe des letzten männlichen Sproſſen mit ihrer achtzehnjährigen Tochter Richeſſa. In Norwegen wie in Schweden hatte der harte Winter endlich ſein eiſiges Scepter ge⸗ ſenkt; doch im hohen, gewölbten Wohngemache der alternden Wittwe wurde das praſſelnde Feuer im Kamin noch wohl unterhalten, wäh⸗ rend ſie ſelbſt, den Roſenkranz zwiſchen den gefalteten Händen, ihr langes Morgengebet verrichtete. Richeſſa aber, eine freundliche, blühende Geſtalt, lehnte am Bogenfenſter, drückte die kleine, zarte Hand gegen den hoch⸗ wallenden Buſen, und aus ihren großen, dun⸗ keln Augen ſchweiften gluͤhend verlangende Blicke hinaus in die noch winterlich, öde Ge⸗ gend. So ſtand ſie lange, wie in unruhiger Erwartung die betende Mutter nicht beach⸗ tend, welche oft die gefalteten Hände vor die Bruſt ſchlug, und wie befangen in recht ſchwe⸗ rer Sünde, ängſtlich ſtöhnte im brünſtigen Ge⸗ bete. Endlich erhob ſie ſich ſeufzend vom Sche⸗ mel, auf welchem ſie knieend gelegen vor dem kleinen Hausaltare, der mit einem Erucifir
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