Teil eines Werkes 
1. Theil (1834)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

249

jauchzen erſchallte durch den weiten Saal, denn die bei weitem größere Anzahl der Zuſchauer beſtand aus Anhängern der neuen Glaubens⸗ lehre und die katholiſchen Prieſter und deren Verehrer ſchlichen ſich ſtill und mit heimlichen Verwuͤnſchungen davon.

Der Reichskanzler eröffnete nun mit allen üblichen Formalitäten das Gericht, und der Angeklagte, der ſchon ſeit Monden eine kräf⸗ tige Vertheidigungsrede erſonnen, womit er ſich die Herzen ſeiner Richter und des ganzen Volks zu gewinnen hoffte, verſtummte erblaſ⸗ ſend und vermochte es kaum, auf die ihm vor⸗ gelegten Fragen zu antworten. Seine eigen⸗ händigen Aufruhrsſchriften an die Thalbauern, welche er theils auf ſeiner Flucht aus dem Reiche, theils von Norwegen aus an ſie ge⸗ richtet hatte, wurden ihm vorgelegt, und zit⸗ ternd wagte er es nicht ſeine Handſchrift zu leugnen. Die Richter erkannten ihn des Hoch⸗ verraths ſchuldig und ſprachen das Todesur⸗ theil über ihn aus.* Wie durch einen Blitz⸗

* Geſchichtlich.