— 9—
holt haben; denn ich hatte meinem Nachbar
das Naſenbein ſo unſanft beruͤhrt, daß er wie ein Beſeßner aus ſeinem tiefen ſchnarchenden Schlafe auffuhr. Ehe, ſuhr ich zu dekla⸗ miren fort, ſoll mich die kalte Hand des Todes faſſen, ehe ich dich zu lieben aufhoͤren werde. J da muß ja gleich ein heiliges Krenz⸗ mohrendunnerwetter drinne ſitzen! bruͤllte der Fuhrmann; will's ihm ſchon einſtreichen, das bei der kalten Hand faſſen. Hier gab er mir mit dem Ellbogen ſo einen unerhoͤrten Stoß in die Ribben, daß ich beinahe das Athemholen vergeſſen haͤtte, und bis am hellen Morgen kein Auge wieder zuthun konnte. Ich blieb mit Willen ſo lange liegen, bis mein unhoͤflicher Nachbar angeſpannt hatte, und fortgefahren war. Hierauf erhob ich mich auch mit meiner verrenkten Ribbe, begab mich zum Schauſpiel⸗ direktor, und fragte ihn, ob er mich unter ſei⸗ ner Geſellſchaft annehmen wolle. Er wußte ſich ein Anſehen zu geben, als waͤren Reinike, Opitz, Flek und Schroͤder ſeine intimſten Freun⸗ de; er hatte ſogar an jedem etwas auszuſetzen. Wenn Sie vor der Hand mit geringer Gage vorlieb nehmen wollen, ſagte er, ſo will ich Sie anſtellen; und wenn Sie Talent zeigen und


