Teil eines Werkes 
2. Band (1818)
Entstehung
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Fleiß anwenden, koͤnnen Sie bei mir Ihr Gluͤk machen. Ich bekam eine große Idee; wie er⸗ ſtaunte ich aber, als ich die hochloͤbliche Geſell⸗ ſchaft in corpors ſah. Keine einzige ertraͤg⸗ liche Figur; einer war auf dem rechten Auge ganz blind, und ein anderer konnte nur in Stuͤcken gebraucht werden, wo ein Kruͤpel vorkam. Eine gewiſſe Demoiſelle Tiefenborn war noch die vorzuͤglichſte, ſie mochte vor zehn Jahren ein ganz leidliches Maͤdchen geweſen ſeyn; ihr Wuchs war gut, ihr Koͤrper voll und regelmaͤßig gebaut; aber ihre Augen lagen im ſchwarzen Grunde, ihre Geſichtsfarbe war et⸗ was verlegen, und ihre Auffuͤhrung aͤußerſt kokett. Ich bekam eine Proberolle, ſtudirte ſie ſo gut ich konnte, und wurde vom Publiko begaft und beklatſcht. Der Direkror lobte mich, und ſagte, daß mit der Zeit etwas Großes aus mir werden koͤnnte. Die uͤbrigen Schauſpieler ſahen mich mit neidiſchen Augen bis auf Ma⸗ demoiſelle Tiefenborn, bei der ich mich ſehr in Gunſt geſetzt zu haben ſchien. In einigen Wo⸗ chen hatte ich mich zu den erſten Helden⸗ und Liebhaberrollen emporgeſchwungen, und, da auch ſie die erſte Aktrice machte, ſpielten wir oft in ſehr genauer Verbindung. Wenn gekuͤßt