— 22— Sechſtes Kapitel.
Meine Schickſale im Mutterleibe⸗
Ihre Gnaden wurden von Tage zu Tage ſtaͤr⸗ ker und unbehuͤflicher, und da ihn meine Mut⸗ ter alle Abende in's Bette heben mußte, ſo war's kein Wunder, daß ſie ſich manchmal Scha⸗ den that, nur mit dem Unterſchied, daß die Spuren der Verrenkung am entgegengeſetzten Orte, wo ſich andere Leute Schaden zu thun
pflegen, zum Vorſchein kamen; doch war's ge⸗
meiniglich nur eine Geſchwulſt, die ſich nach ein paar Monaten und einigen Ueblichkeiten wieder ſetzte. Auch außerdem ſielen kleine Unpaͤßlich⸗ keiten vor, beſonders wenn der gnaͤdige Herr verreiſt war, da mußte Johann in die Stadt zum jungen Doktor reiten, der wegen dem Magnetiſiren ſo beruͤhmt war, und dieſer konnte binnen einer halben Stunde helfen; er mußte
die Kur recht par force betreiben, denn ſie
konnten beide kaum Odem holen, wenn ſie aus dem Kabinet kamen. Der gnaͤdige Herr wurde
auch nach und nach phlegmatiſch und bekam ei⸗
nen außerordentlich harten Schlaf, daß er es nicht mehr hoͤrte, wenn ſein Fiekchen des Nachts


