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wie wenn ſie auf Etwas getreten wäre, und der vorher gehobene Blick ſenkte ſich plötzlich. Es kam ihr vor, als hätte man ihr einen betäubenden Schlag gegeben, welcher eine unerklärliche Empfindung her⸗ vorrief.
„Sehen Sie, Thekla, ſchon die bloße Vorſtellung von ſo Etwas erſchreckt Sie. Sie ſind ja ganz bleich geworden und zittern. Kommt es Ihnen ſo widerlich vor, von mir geliebt zu werden? Antwor⸗ ten Sie aufrichtig. 4
„Widerwärtig gewiß nicht, aber—“
„Was?“
Jetzt ſah Thekla wieder auf. Mit einem kind⸗ lich demüthigen Ausdruck in Blick und Stimme ſagte ſie:
„Ich komme mir ſelbſt Ihnen gegenüber zu ge⸗ ring vor. Wie wäre es möglich, daß Sie mich lieben könnten, Sie mit Ihren ungewöhnlichen Geiſtes⸗ gaben und tiefen Kenntniſſen?“
„Thekla, es iſt hier nicht die Frage von dem, was möglich, ſondern von dem, was wirklich iſt, und das Wirkliche eben iſt, daß ich Sie ſo liebe, wie ich niemals lieben zu können geglaubt habe. Aber meine Liebe zu Ihnen iſt keine thörichte Lei⸗ denſchaft, ſondern ein ſtarkes und warmes Gefühl, welches vor allen Dingen auf Ihr Glück ſein Ab⸗
ſehen hat. Darum würde ich Ihnen von dem, was in mir vorgeht, kein Wort geſagt haben, wenn nicht Ihre Reiſe nach Stockholm mir die Nothwendigkeit gezeigt hätte, mich von Ihnen fern zu halten und nicht wie ein Träumer noch länger ein Gefühl zu nähren, welches Sie niemals erwiedern können?“


