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Thekla ſchaute mit ſchüchterner Miene zu ihm auf und ſagte:
„Werden Sie mich vermiſſen?“
„Sehr.“
Seine Stimme hatte einen eigenthümlich weichen Accent.
„Nicht ſo ſehr, wie ich mich ſehnen werde, Sie wieder zu ſehen, mein theurer Lehrer.“
„Woher wiſſen Sie das, Thekla?“
„Sie vermiſſen mich, wie man eine alte Ge⸗ wohnheit vermißt, aber ich— ich—„.
Thekla ſchwieg.
„Aber Sie?“ fragte der Kapitän.
„Ich vermiſſe das Geſpräch mit Ihnen, die Be⸗ trachtung Ihrer Ueberlegenheit, den Genuß, den es mir ſtets bereitete, Ihren Lehren zuzuhören?“
„Sie vermiſſen mich als Lehrer,“ fuhr er fort und ließ ſeufzend ihre Hand los.
„Ein Freund und Lehrer iſt mehr als eine Ge⸗ wohnheit,“ erwiederte ſie.
„Thekla, Sie werden in der Haupſtadt viel höher und reicher begabte Männer, als ich bin, finden, und da geräth der alte Freund und Lehrer in Ver⸗ geſſenheit.“
„Niemals.“
„Kind, um dieſes Wort auszuſprechen, ſind Sie noch zu jung; aber ich werde daheim vergeblich in meinen Büchern einen Erſatz für Ihre Geſellſchaft ſuchen. Der todte Buchſtabe entſchädigt wenig für
die Freude, welche mir der Austauſch der Gedanken mit Ihnen gewährte. Es wird ſehr leer werden hinter Ihnen, Thekla; aber es iſt gut ſo, daß man


