Teil eines Werkes 
Die Witwe und ihre Kinder : 2. Band (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

162

erſpart, und die zwei andern Drittel habe ich bei Onkel Gotthard auf unſer kleines Kapital, das zu unſerer häuslichen Einrichtung beſtimmt iſt, aufge⸗ nommen.

Dein Kapital, willſt Du ſagen, fiel Eugen mit hochgerötheten Wangen ein.

Eugen, wenn Du ſo von Mein und Dein redeſt, ſo werde ich böſe, und ſiehſt Du, da glaube ich nicht, daß Du mich ſo liebſt, wie ich von Dir geliebt ſein will.

XXIV.

Das Jahr darauf im September herrſchte ein unruhiges Treiben und große Geſchäftigkeit in Ackers⸗ berg, das buchſtäblich mit Beſuch vollgepfropft war.

Olga mit Mann und Kind ſammt Eugen waren als Gäſte da; außerdem zwei Nähmamſells. Das ganze weibliche Perſonal war vom Morgen bis zum Abend an der Arbeit; denn den zwanzigſten Sep⸗ tember ſollte zu Ackersberg eine Hochzeit gefeiert werden, über welche Jedermann ſich freute, das heißt, Elma und Eugen ſollten die Rolle der Pflegegeſchwi⸗ ſter gegen die der Gatten vertauſchen.

Gotthard war in den erſten Tagen des Januar geſtorben und hatte bei ſeinem Tode ſein anſehn⸗ liches Vermögen in drei Theile getheilt. Ein Drit⸗ tel hatte er Nina vermacht, das zweite Drittel er⸗ hielten Eugen und Thekla, das dritte Olga und Elma.

Dieſer Umſtand hatte Eugens und Elma's Aus⸗