163
ſichten in die Zukunft weſentlich verändert und deren Vereinigung beſchleunigt.
Glücklich und froh ſahen dieſe beiden, die von Kindheit auf einander geliebt hatten, dem Augen⸗ blick entgegen, da ſie vor Gott und Menſchen Eins werden ſollten.
Zu Anfang Oktober mußte Eugen wieder in der Hauptſtadt ſein, da ſein Urlaub auf dieſe Zeit ab⸗ lief. Nina und Thekla ſollten die Neuvermählten nach Stockholm begleiten und einige Wochen bei ihnen zubringen. Olga hatte Eugen geholfen, ſeine häuslichen Einrichtungen in einer Weiſe zu treffen, daß ſie vorausſichtlich Elma's Geſchmack entſprechen mußten. Die erſte Woche ihrer Ehe ſollten dem⸗ nach die jungen Leute noch in derſelben Heimath zubringen, in der ſie aufgewachſen waren, wo ſie unter Spiel und Arbeit einander zu lieben gelernt und Freud und Leid getheilt hatten.
Einige Tage vor der Hochzeit, während man an dem Brautkleid nähte, und Olga, Elma und Thekla um den großen Tiſch herumſaßen, welcher mit Stof⸗ fen und Arbeiten aller Art bedeckt war, ſagte eine der Mamſells, welche aus der Stadt gekommen waren, um hilfreiche Hand zu leiſten:
„Dieß iſt der zwanzigſte Brautanzug, den ich verfertige, ſeitdem ich auf das Kleidermachen mich verlege, und— merkwürdig genug— aus der Farbe, welche die Braut zu ihrem Anzug wählt, habe ich dabei auf deren Gemüthsart zu ſchließen gelernt..
„Das wäre viel!“ ſagte Olga;„worauf grün⸗ den Sie dieſe Schlüſſe?“ 11*


