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oder eine Mutter kann einen ſolchen Ausdruck im Blicke haben.“
„Ich danke Dir, mein Kind!“ ſtammelte Nina, welche in dieſem Augenblick von Gott reichlich belohnt zu ſein glaubte, ſo glücklich fühlte ſie ſich. Nina ſtrich mit den Händen über Thekla's Stirne und ſetzte hinzu:
„Die Worte Deines Oheims, daß Du nicht mein
Kind ſeieſt, gründen ſich auf ein Gerücht, welches die tadelſüchtigen Zungen in Weſterköping, um mich zu erniedrigen, ausbreiteten. Man war dort nicht gut auf Deine Mutter zu ſprechen, deßhalb wollte man durchaus etwas Tadelnswerthes und Unerklär⸗ liches in Allem, was mich betraf, finden.“
„Ich bedarf Deiner Erklärung nicht, liebe Mut⸗ ter. Mein Herz, Dein Blick ſagt mehr, als man mir immer ſagen könnte.“
Gotthard lehnte ſich in ſein Kiſſen zurück und ſchloß die Augen. Er war ſehr gerührt.
Später am Abend, als er und Nina wieder allein waren, bemerkte er:
„Nur ein Engel oder eine Mutter kann einen ſolchen Ausdruck im Blicke haben“,“ hat Thekla ge⸗ ſagt.„Sie hätte ſagen ſollen: Nur ein Engel kann ein ſolches Herz haben wie Nina. 5
„Still, Gotthard! Dieſes Kind iſt mein, denn ich habe ihm das Leben gerettet;— aber die Ge⸗ wißheit, daß ich nicht ihre Mutter wäre, würde
Thekla unglücklich machen. Ich ſelbſt habe gänzlich vergeſſen, daß eine Andere ihr das Leben gegeben hat, und möge nun dieſes Geheimniß mit Dir und mir ſterben 4


