der Meinung, daß Thekla närriſche Ideen im Kopf hat.“ „Elma,“ rief Thekla mit glühenden Wangen.
„Still, mein Kind,“ fuhr Elma fort,„ich weiß viel, was Du niemals ahnteſt. Ich weiß, daß Du die Menſchen nicht leiden kannſt, für welche Tante ſich intereſſirt. Sie ſind Dir eine Qual, und da es hier herum Niemand gibt, als den Kapitän und den Probſt, ſo haſt Du einen unüberwindlichen Wider⸗ willen gegen dieſelben gefaßt. Ich erinnere mich noch recht lebhaft, wie Du als kleines Kind zu ſchreien pflegteſt, wenn der Probſt nur der Tante die Hand küßte, und ich glaubte damals, Du hätteſt Angſt, er würde ſie beißen, ſo daß ich alle mögliche Mühe anwenden mußte, um Dich zu überzeugen, daß der gute Probſt keine ſolche Abſicht hatte.“
„Ich vermuthe, Thekla hat einen ganz andern Grund für ihre Abneigung gegen den Kapitän, als den, welchen Elma angibt, oder iſt es ſo, mein liebes Mäd⸗ chen?“ ſagte Nina, indem ſie Thekla am Kinn faßte und ihr geſenktes und erröthendes Antlitz emporhob.
Thekla ſtanden Thränen in den Augen, und ſie ſagte mit einem eigenthümlichen, freimüthigen Ausdruck:
„Mama, Elma hat Recht,“
„Du glaubſt alſo, die Hantbarkeit, welche ich dem Kapitän für alle Freundſchaft und alle uns er⸗ wieſenen Dienſte ſchuldig bin, werde meiner Liebe zu Dir einigen Abbruch thun?“
„Nein, Mama, das glaube ich nicht; aber es iſt Etwas in mir, was mich in üble Stimmung gegen diejenigen verſetzt, welche auf die geringſte Weiſe Deine Aufmerkſamkeit in Anſpruch nehmen. Es iſt,
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