Teil eines Werkes 
Die Witwe und ihre Kinder : 1. Band (1864)
Entstehung
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als ob ich beſtändig fürchtete, Dich zu verlieren; es peinigt mich, einen Fremden in Deiner Nähe zu ſehen. So iſt es geweſen, ſo lang ich zurückdenken kann, und ſo wird es auch wohl immerdar bleiben.

Nein, mein Kind, wenn Du zu einem klaren Bewußtſein Deines Innern gelangſt, ſo wirſt Du dieſen Fehler überwinden; denn es iſt ein großer Fehler; es iſt

Neid, fiel Thekla heftig ein.Ja, ich weiß, daß Du es ſo nennſt; aber ich möchte ſagen, daß es ein Uebermaß von Liebe zu Dir, Mama, iſt.

Wir wollen nicht mehr davon reden, Thekla, Du biſt erregt und außer Standes, Deine Gefühle richtig zu beurtheilen; aber wir wollen den Gegen⸗ ſtand wieder aufnehmen, wenn Du ruhig biſt, mein Kind. Laß uns nun von den engliſchen Lektionen reden. Willſt Du darauf verzichten?

Nein, das will ich nicht; aber der Gedanke iſt mir peinlich, ihm Etwas zu danken zu haben. Gute Mama, jetzt wirſt Du wieder böſe; aber thue es nicht. Ich will die häßlichen Gefühle, welche mich beherrſchen, zu erſticken ſuchen.

So iſt es recht, mein Mädchen, und ich erwar⸗ tete nichts Geringeres von Dir. Am Montag alſo beginnen Deine engliſchen Lektionen.

Nun, hatte der Kapitän nicht auch für mich einen Vorſchlag zu machen? rief Elma munter. Olga gab er einen Mann, Eugen eine Hauslehrer⸗ ſtelle, Thekla einen Lehrer im Engliſchen. Was iſt auf mein Loos gekommen? Doch nicht auch Engliſch lernen zu müſſen, hoffe ich, denn dazu fehlt mir alle Luſt. Die Gelehrſamkeit in allen Ehren, aber ſie