Teil eines Werkes 
Die Witwe und ihre Kinder : 1. Band (1864)
Entstehung
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Alle Gedanken an einander ſich aus dem Sinn ſchlagen ſollten; war es nicht ſo? rief Elma.

Ganz und gar nicht; er will, daß ſie ſich ver⸗ loben, und daß die Hochzeit im Sommer gefeiert werden ſoll. Was ſagſt du dazu, liebe Olga?

Gar nichts. Ich erwarte zu hören, was Du davon denkſt, Tante, antwortete Olga, und ſtrickte eifrig an ihrem Strumpfe fort.

Mir ſcheint, daß Du in dieſem Fall nach der Eingebung Deines eigenen Herzens handeln ſollſt! und da kein äußeres Hinderniß ſtattfindet, ſo halte ic den Vorſchlag des Kapitäns für ganz annehm⸗

ar.

Ich ſehe die Sache auch ſo an, antwortete Olga, jedoch ohne aufzuſehen.

Ha, dann haben wir alſo eine Hochzeit auf den Sommer; ich werde natürlich Brautjungfer, und tanzen wollen wir. Ach, wie luſtig! rief Elma und ſtieß im Ausbruch ihres Entzückens das Rahm⸗ kännchen um.

Herr Gott, ſo benimm dich doch ordentlich, Elma, ſagte Olga;Du biſt doch zum Entſetzen heftig.

Und Du unerträglich ruhig und kannſt mit der Ausſicht auf Deine nahe bevorſtehende Hochzeit wegen eines umgeworfenen Rahmkännchens ein gewaltiges Weſen machen.

Und hätte ich das umgeworfene Kännchen nicht zu rechter Zeit noch gefaßt, ſo würde die Tante den ganzen Inhalt auf die Kniee bekommen haben, meinte Olga, während ſie ruhig den Rahm wieder auflöffelte.