Teil eines Werkes 
Die Witwe und ihre Kinder : 1. Band (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

,-

153

Sommer heirathen. Ich habe Karl in eine Lage geſetzt, daß er, ohne wegen der Zukunft beſorgt zu ſein, Olga wohl auffordern kann, Luſt und Leid mit ihm zu theilen.

Gegen dieſen Vorſchlag habe ich Nichts einzu⸗ wenden, und ich glaube, auch Olga wird es zufrie⸗ den ſein.

Gut. Nun zu der zweiten Urſache meines Beſuchs. Ein Brief von Gothenburg, den ich heute erhalten habe, meldet mir, daß mein Bruder in Eng⸗ land mit Tod abgegangen iſt und zwei vater⸗ und mutterloſe Kinder hinterläßt. Er hat einen Englän⸗ der beauftragt, dieſelben mir zuzuführen und in ſei⸗ ner letzten Stunde den Wunſch ausgeſprochen, daß ſeine Kinder bei unſerer Schweſter erzogen würden und ich die Stelle des Vormundes bei ihnen über⸗ nähme. Da aber ſeine Angelegenheiten in einiger Verwirrung zu ſein ſcheinen, ſo muß ich ſelbſt nach England reiſen. Was die Kinder betrifft, ſo ſind ſie, ein Mädchen von acht, und ein Knabe von neun Jahren, wohl ſchon in Gothenburg angekommen und können deßhalb eheſtens hier eintreffen. Für den Knaben bedarf ich eines Informators, welcher Eng⸗ liſch verſteht. Haben Sie Etwas dagegen, wenn ich Eugen die Stelle anbiete? Für mich wäre es angenehmer, in meinem Hauſe einen Jüngling zu haben, den ich kenne, als einen Fremden. Dieß könnte zugleich inſofern von Nutzen ſein, als mein Neffe, wenn er in die Schule nach Upſala ſoll, Eu⸗ gen ſelbſt dort als Informator behalten könnte. Haben Sie Etwas gegen den Vorſchlag, Madame?

Im Gegentheil, ich bin Ihnen für dieſes freund⸗