Teil eines Werkes 
Die Witwe und ihre Kinder : 1. Band (1864)
Entstehung
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vielleicht ebenſo ſchön wie der Deinige, obwohl ihr alle behauptet, ich würde riemals im Leben damit zu Stande kommen; ſieh' nur, wie gut er ſitzt; wie hübſch die Roſette rechts ſich ausnimmt..

Sie hob den Hut in die Höhe und wandte ihn, um die Prüfung zu erleichtern, nach allen Seiten herum.

Olga drehte den Kopf nach der Schweſter herum und betrachtete den Hut; Thekla erhob die Augen von den Noten.

Nun, iſt er nicht ſchön? fragte Elma.

Er iſt recht ſchön, und Du haſt alle Ehre von Deiner Arbeit. Das Einzige, was ich zu bemerken habe, iſt, daß die Roſetten etwas zu kokett ausſehen, ſagte Olga.

Kokett? Ja, da ſteckt eben der Knoten; ich will durchaus nicht, daß ſie ſo ſymmetriſch daſtehen, wie die Deinigen. Nein, es ſoll etwas Ungezwun⸗

genes, Originelles daran ſein. Was hältſt Du da⸗

von, Thekla?

Ich glaube, daß der Hut, ſo wie er iſt, für dich

paßt; aber daß er für Olga nicht paſſen würde, erwiederte Thekla lächelnd.

Und der Grund? fragte Olga.

Zu Deinem ruhigen, milden und geſetzten We⸗ ſen paßt das Symmetriſche und ſtreng Ordentliche im Anzug; aber Elma, mit ihrer Lebhaftigkeit, würde ſpaßhaft ausſehen, wenn ſie ſich ſo wie Du kleidete. Sie muß Etwas haben, das ein wenig beſonders ausſieht, und wenn es auch in der Anordnung an das Nachläſſige und Uebertriebene ſtreifte, antwor⸗ tete Thekla. 8