Teil eines Werkes 
Die Witwe und ihre Kinder : 1. Band (1864)
Entstehung
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ich mich geirrt? Oder hat mein Sohn ebenſo viel Stolz wie ſeine Mutter?

O, meine theure Mutter! rief Eugen, vor ihr auf die Kniee fallend, und faßte ihre beiden Hände. Wie wahr beurtheilſt Du meine Lage! Ja, ich will arbeiten, Tag und Nacht, um mit eigener Kraft

meine Fehler wieder gut zu machen und Deiner würdig 3 zu werden! Nina umarmte ihn herzlich, während ſie unter Thränen flüſterte: Gott ſegne Dich, mein Kind! 1 XX.

Wir haben uns lang genug in der gelehrten Stadt aufgehalten, welche den allen Städten gemein⸗ ſamen Fehler hat, mehr oder minder langweilig zu

ſein; denn langweilig ſind ſie alle. Wir wollen uns dadurch wieder erquicken, daß wiir in dem kleinen, aber gemüthlichen Ackersberg eeinen Beſuch machen. 1 Die Novemberwinde heulten um die Ecken des Hauſes. In dem Ofen des großen, geräumigen Ge⸗ ſellſchaftszimmers brannte ein munteres Feuer. Vor ddeem Ofen ſtand ein Tiſch, um welchen drei junge Maädchen herumſaßen. Olga befand ſich etwas ſeit⸗ wärts und ſpann an einem Rocken mit zwei Spin⸗ deln. Thekla war mit Notenſchreiben beſchäftigt, und Elma legte eben die letzte Hand an einen brau⸗ nen Sammethut, welchen ſie für ſich verfertigt hatte. Schau' her, Olga, rief ſie;iſt mein Hut nicht Schwartz, die Wittwe und ihre Kinder. I. 10