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ſucht und ſie in einem Keller, in einer jener lär⸗ menden Geſellſchaften, wo die Zeit zwiſchen Würfel⸗ ſpiel und Trinken getheilt wird, aufgefunden habe. Er ſuchte die Schilderung nicht zu mildern, ſondern hielt ſich ſtreng an die Wahrheit. Er beſchrieb ihr die Wirkung der Worte, welche er Eugen geſagt, und den Eindruck, welchen Nina's wenige Zeilen hervorgebracht hatten, ſo wie endlich den Auftritt, welcher bei der Mittheilung von Nina's Geſchichte erfolgt war.
Nina hörte ihm mit einer Miene zu, als ob ſie in jedem kommenden Worte ihr Todesurtheil er⸗ wartete.
Als der Kapitän geſchloſſen hatte, faßte ſie ſeine Hand und dankte ihm mehr mit den in Thränen ſchwim⸗ menden Augen, als mit den Lippen.
Es trat eine kurze Pauſe ein, denn Nina war allzu bewegt, als daß ſie ſprechen konnte. Endlich nahm ſie wieder das Wort.
„Glauben Sie wirklich, daß Eugens Vorſatz ernſt⸗ lich gemeint iſt, und daß er zu einem ordentlichen Leben zurückkehren wird?“
„Ja, Madame, das glaube ich ganz entſchieden. Die Hauptſache iſt nun, ſeine Angelegenheiten in Ordnung zu bringen. Eugen iſt zu dieſer Lebens⸗ weiſe großentheils durch meinen Neffen Spante ver⸗ leitet worden, und darum habe ich mir vorgenommen, ſeine Schulden zu bezahlen und es mir in Zukunft allmälig von ihm erſetzen zu laſſen.“
„Herr Kapitän, ich bin von Ihrem edelmüthigen Anerbieten, deſſen ganze Zartheit ich anerkenne, tief gerührt, aber gleichwohl muß ich es ablehnen.“


