Teil eines Werkes 
Die Witwe und ihre Kinder : 1. Band (1864)
Entstehung
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Der Kapitän las nun Gotthards Brief. Dieſer theilte Nina darin mit, daß er von verſchiedenen Kaufleuten in Upſala wegen einer Menge Schulden, welche Eugen gemacht habe, angegangen worden ſei, und daß die Gläubiger ſeines Neffen ſich an ihn gewandt haben, weil Eugen ihnen das Verſprechen gegeben, ſie ſollten von ſeinem Oheim Bezahlung erhalten. Er halte es für ſeine Pflicht, Nina dar⸗ über aufzuklären, daß ihr Sohn ein ausſchweifender und ſittenloſer Jüngling ſei, für welchen weitere Opfer zu bringen ganz unrecht wäre. Dennoch wolle er erforderlichen Falls ſeine Schulden bezahlen, doch halte er für das Beſte, Eugen einige Zeit für ſeine Sünden büßen zu laſſen. Inzwiſchen ſah er die Sache ſo an, als ob alle Hoffnung verloren wäre, und gab Nina den Rath, ihn zur See zu ſchicken, da dieſer Ausweg allein noch offen ſtände. ls der Kapitän den Brief geleſen hatte, ſagte

er nicht ohne ein bitteres Lächeln:

„ Gotthard fällt es ſchwer, Eugen zu verzeihen, daß Sie ihn ſelbſt um Ihrer Kinder willen geopfert haben. Darum iſt er ſo übel auf Ihren Sohn zu ſprechen und ſieht Alles ſo ſchwarz.“

Nina ſah den Kapitän erſtaunt an, worauf dieſer, als er es bemerkte, noch hinzuſetzte:

„Sie verwundern ſich darüber, daß ich von ſei⸗ ner Bewerbung weiß. Ei, Madame, Sie haben mir ja ſelbſt ſeine Geſchichte erzählt. Aber laſſen Sie uns wieder auf Eugen kommen.“

„Ach ja!“

Der Kapitän erzählte ihr nun, daß er bei ſeiner

Ankunft in Upſala ſeinen Neffen und Eugen aufge⸗