Teil eines Werkes 
Die Witwe und ihre Kinder : 1. Band (1864)
Entstehung
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„Du biſt ein wackerer Burſche, Ulrici. Und darum trinken wir noch Eins auf den Sohn der Wittwe.“

Einer der jungen Leute wandte ſich nun zu dem Kapitän und hob ſein Glas in die Höhe mit den Worten:

„Und nun die Geſundheit des edeln Erzählers, welcher durch Mittheilung der Geſchichte von der Wittwe den Beweis geliefert hat, daß er das Herz der Jugend kennt.“

Hierauf ergriff Svante ſein Glas und rief:

„Und nun, lebt wohl, Kameraden. Habt Dank für alle frohen Stunden, die nun vorüber ſind, denn ich bin verurtheilt, meinen Durſt mit Salzwaſſer zu löſchen; aber kehre ich wieder, dann lade ich Euch Alle zu einem donnernden Gelage ein, und wenn ich einmal meine eigene Schüte habe, ſo wollen wir an Bord meines Fahrzeugs trinken aus Herzens⸗ freude. Laßt uns mit einem Abſchiedsgeſang ſchlie⸗ ßen, dann wollen wir ſcheiden.“

Die luſtige Stimmung war aber verſchwunden, und Svantess heiterer Trinkſpruch wurde mit Still⸗ ſchweigen aufgenommen.

Das Herz der Jugend iſt allen Eindrücken zu⸗ gänglich, und gelingt es, ſie von den Thorheiten loszureißen, welche die erſten Verirrungen kenn⸗ zeichnen, und mit Ernſt die edlern und beſſern In⸗ ſtinkte inzuſclagen, ſo iſt man immerdar gewiß, daß dieſelben wenigſtens eine Zeit lang die niedrigen Leidenſchaften überſtimmen.

Ob dieſe Eindrücke Dauer haben oder nicht, das hängt von dem ungleichen Charakter der Individuen und von den äußern Umſtänden ab.

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