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der Sclaverei erlöst werden könnte, an die Oeffent⸗ lichkeit getreten wäre.
„Aber Ina beſaß viel zu viel wirkliche und über⸗ legene Bildung des Verſtandes und Herzens, um ſich ſolcher Phantaſtereien, die im Grunde von nichts Anderem, als der höchſten und gröbſten Unwiſſen⸗ heit Zeugniß geben, ſchuldig zu machen.
„Hätte das junge unaufgeklärte Mädchen ſich denſelben überlaſſen, ſo wäre dieß ganz verzeihlich geweſen, da ſie niemals ein Wort von den Pflichten, welche das Leben ihr auferlegte, vernommen hatte. Aber der angeborne Inſtinkt von dem, was recht iſt, ſagte ihr, daß ſie nur in dem Beſtreben, ſich mit den neuen, ihr zufallenden Pflichten völlig ver⸗ traut zu machen, ihre Zufriedenheit ſuchen und finden dürfe.
„Nach der Hochzeit wurde es mit der Mutter ſchlimmer und ſchlimmer, und daraus folgte, daß die neuvermählte Ina die erſten Wochen ihres Eheſtan⸗ des an dem Krankenbette der Mutter zubrachte. Mit bewundernswerther Zärtlichkeit und Sorge pflegte ſie eine Mutter, welche ihr ſelbſt niemals Zärtlich⸗ keit und Liebe bewieſen hatte. Treu und ergeben ſaß ſie an dem Lager der krittlichen und unruhigen kranken Frau.
„Durch Leſen in der Bibel und durch Unter⸗ redung mit dem Geiſtlichen, welcher ihre Mutter be⸗ ſuchte, verſchaffte ſie ſich in dieſer Prüfungszeit eine klare Einſicht in die Natur ihrer neuen Stellung und der Pflichten, welche damit verbunden waren, und nach dem Tode der Mutter folgte ſie ihrem Mann in die neue Heimath, nicht als ein gedanken⸗


