Teil eines Werkes 
Die Witwe und ihre Kinder : 1. Band (1864)
Entstehung
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„Das Zuſammentreffen der Brüder war ſehr ſtürmiſch, und nur Ina's offene Erklärung, daß ſie aus freiem Willen dem Kapitän die Hand gereicht hätte, konnte Gotthards Zorn eine andere Richtung geben. Er wandte ſich jetzt von dem Bruder gegen Ina. Aber da erklärte die Mutter, daß die Tochter nur ihrem Befehle gehorcht hätte.

„Ina wurde demnach mit einem Mann verhei⸗ rathet, den ſie nicht liebte, ein Opfer des Eigen⸗ nutzes ihrer Mutter.

„Sie trat in den Eheſtand, ohne daß die Mutter nur einen Augenblick die Aufmerkſamkeit der Tochter auf die Pflichten lenkte, welche ſie hiemit übernom⸗ men hatte. Sie war ein unwiſſendes und uner⸗ fahrnes Kind von ſiebzehn Dahren, welches nun ſo plötzlich in eine Gattin und Hausmutter umgewan⸗ delt wurde.

„Wäre Ina eine der gewöhnlichen modernen Frauen von gutem Kopfe geweſen, ſo würde ſie es gleich dieſen unter ihrer Würde gehalten haben, als ein freies und denkendes Weſen ſich in die häus⸗ lichen Tugenden hineinzuarbeiten, ſie würde darüber nachgegrübelt haben, wie ſie es anſtellen könnte, um ſich der natürlichen Sphäre frauenhafter Thätigkeit zu entziehen, über die verkümmerte Stellung der Frauen und die Ungerechtigkeit, womit ſie von der Geſellſchaft behandelt wurden, deklamirt haben. Das Reſultat hievon wäre ein beſtändiger Streit zwiſchen beiden Eheleuten geweſen. Und die Sache würde damit geſchloſſen haben, daß Ina mit einigen Schrif⸗ ten über die Emancipation der Frauen und über die Art und Weiſe, wie ihr Geſchlecht von dem Joch