Teil eines Werkes 
Die Witwe und ihre Kinder : 1. Band (1864)
Entstehung
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ſelben billig ſind, bin ich natürlich auch erbötig, darauf einzugehen.“

„Höre,“ ſprach der Kapitän ernſtlich,„der Un⸗ verſchämtheit iſt es jetzt genug. Vernimm nun, was ich Dir zu ſagen habe. Du haſt wie ein ausſchwei⸗ fender Geſell gelebt, und ich habe aus unverzeihlicher Schwachheit Deiner Mutter Bitten nachgegeben und Dich hier ein Semeſter nach dem andern bleiben laſſen, obwohl Du Nichts gethan haſt. Jetzt muß das ein Ende haben. Du haſt Geld genug ver⸗ ſchwendet, und ſofern Du noch auf mich rechnen zu können hoffeſt, iſt es mein beſtimmter Wille, daß 2 ſogleich Upſala verläſſeſt und auf immer den Stu⸗ dien, die Du niemals betrieben haſt, abſagſt. Dein unordentliches Leben, Deine verderbten Sitten laſſen deshalb nichts mehr von Dir erwarten, und darum bleibt Dir nur eine Wahl: ſogleich Upſala zu ver⸗ laſſen und im Frühjahr zur See zu gehen, oder Deinem Schickſal Dich preisgegeben zu ſehen. Du weißt, daß ich Wort zu halten pflege.“

Spante hatte den Kopf auf die Hand geſtützt und ſchien über die Worte ſeines Oheims nachzu⸗ denken. Als der Kapitän ſchwieg, antwortete er, ohne ſeine Stellung zu verändern.

„Ich wünſchte, Onkel, daß Du mir Bedenkzeit gäbeſt.“

„Die ſollſt Du haben,“ erwiederte der Kapitän, indem er ſeine Uhr zog.„Es iſt jetzt halb eilf; Schlag Zwölf erwarte ich Dich, und da wirſt Du mir Deine Antwort geben.“

„Aber, Onkel, nur anderthalb Stunden, um für das ganze Leben einen Entſchluß zu faſſen.“