Teil eines Werkes 
Die Witwe und ihre Kinder : 1. Band (1864)
Entstehung
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XV.

Eines Abends im October hatte ſich ein Haufe luſtiger Studenten in einem der Keller von Upſala verſam⸗ melt. Es wurde ſtark pokulirt und fröhlich dazu geſungen. Die berauſchenden Dünſte waren den meiſten der Anweſenden zu Kopf geſtiegen; der Ju⸗ bel wurde ſtürmiſch, das Singen ging in Geſchrei über, und die Schwächern ſtützten den Elnbogen auf den Tiſch, um dadurch den Körper aufrecht zu er⸗ halten.

Zu denen, welche erſt in dem Stadium ausge⸗ laſſener Fröhlichkeit angelangt waren, gehörte auch Eugen Ulrici. Er ſtand aufrecht da mit dem Glas in der Hand und ſang mit ſeiner vollen klaren und ſchönen Stimme eines von Bellmanns Liedern. Wenn man ihn ſo ſah, mit den von Wein blitzenden und freudeſtrahlenden Augen, dem zurückgeworfenen Haupte, der wolkenfreien Stirne, ſo hatte er etwas ſo edel Schönes, daß man unwillkürlich von einem ſchmerzlichen Bedauern beſchlichen wurde, ihn an

dieſem Orte, umgeben von Tabakrauch und berauſch⸗

ten Kameraden, zu finden.

In einem dunkeln Winkel des Saales ſaß ein Mann in einen Mantel eingehüllt und betrachtete Eugen mit beharrlicher Aufmerkſamkeit. Er war die ganze Zeit ſo dageſeſſen und hatte die ganze Stu⸗ fenleiter der jugendlichen Luſtbarkeit verfolgt.

Während er auf Eugens ſchöne Stimme hörte und ſein von jugendlichem Frohſinn und Uebermuth