tragen.— Ach! die Arbeit wird mir leicht, da ſie für meine Kinder geſchieht— für dieſe Kinder, die Niemand außer mir haben, der für ſie Sorge trägt. Jede Minute meines Lebens will ich anwenden, um
ſie gewinnreich für die Weſen zu machen, welche
hinfort meine ganze Welt in ſich ſchließen.“
In dieſem Augenblick kam ein kleiner Knabe von ſechs Jahren herein und hing ſich an die Kniee der Mutter, indem er ausrief:
„Das Schweſterchen iſt aufgewacht, Mama.“
„Iſt Debora nicht bei ihr?“ fragte Nina und ſtreichelte das Lockenhaar des Knaben.
„Ja, Debora iſt in der Kinderſtube; aber komm“ nur, damit Du ſiehſt, daß ſie wach iſt und doch nicht weint, komm', Mama.“
Der Knabe ergriff die Hände der Mutter und wollte ſie mit ſich fortziehen.
„Willſt Du nicht den Onkel Gotthard begrüßen, Eugen?“
„Es bedarf deſſen nicht,“ antwortete Gotthard und ſchob das Kind mit ſichtbarem Widerwillen zu⸗ rück.„Laß ihn gehen, Nina, wir wollen unſer Ge⸗ ſpräch zu Ende füͤhren, ich muß noch dieſen Morgen abreiſen.“
Der kleine Eugen warf einen unfreundlichen Blick
auf ſeinen Oheim, ſchlang die Arme um ſeiner Mut⸗
ter Hals und rief: „Ich will ihn nicht begrüßen. Komm' und ſieh
nach dem Schweſterchen und laß ihn hier ſitzen. Er
ſieht gar nicht artig aus. Komm', Mama, komm'!“ Nina nahm den Knaben an der Hand und führte
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