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— Ich glaubte, daß ich Skandal genug gehabt hätte, ohne daß es nöthig geweſen wäre, daß dieſer Auftritt an dem letzten Tage, wo Sie ſich unter meinem Dache aufhalten, ſtattgefunden,— rief die Gräfin und eilte von Jenny begleitet aus dem Zim⸗ mer hinaus.
Sorenza ſtand wie verſteinert. Ihr Blick war auf einen von denen geheftet geblieben, welche Bencke begleiteten. Es war Porry.
In ſeinem Geſicht las man einen ſo unverkenn⸗ baren Ausdruckder Verachtung, daß ſie endlich die Augen ſchloß, um es nicht zu ſehen. Als die Gräfin das Atelier verließ, ſagte Porry:
— Leben Sie wohl, Manmſell Bencke, möge Gott es Ihnen verzeihen, daß Sie mich betrogen.
Er öffnete die Thüre und verſchwand durch die⸗ elbe.
Mit einem Ausdruck der Verzweiflung und des Zornes ſtürzte Sorenza auf Ernfried zu und rief:
— Du, welcher der Sohn eines ſchwediſchen Edelmanns biſt, Du haſt es mit anhören können, daß man auf eine ſolche Weiſe eine Unſchuldige be⸗ handelt, ohne Deine Stimme zu ihrer Rechtfertigung zu erheben. Gehen Sie und erſparen Sie mir die Pein Ihres Anblicks, Graf Eldon. Ich könnte ſonſt verſucht werden, Worte zu ſagen, welche auszuſpre⸗ chen ich mich nicht herablaſſen will.
Ernfrieds eigenes Bewußtſein klagte ihn an und da er auf die leichteſte Weiſe der Demüthigung we⸗ gen ſeines wenig edelmüthigen Betragens dadurch: Nenen konnte, daß er ſich entfernte, ſo wählte er ieſes.


