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— Um Verzeihung, Frau Gräfin, daß ich es wage, Sie um eine Aufflärung in Beziehung auf jenes Frauenzimmer zu bitten. Er deutete auf Sorenza. — Iſt ſie Graf Eldon's Tochter?
— Wenn ſie das wäre, mein Herr, dann trüge 3 auch ſeinen Namen,— antwortete die Gräfin tolz.
— Sie iſt alſo durchaus nicht verwandt mit ihm.
— Nein, mein Herr, durchaus nicht; aber wozu dieſe Fragen?
— Das wird ſich bald aufklären. Mein Name iſt Bencke, ich bin der Sohn des Großhändlers Bencke und der Amalia Bill.
Bei dieſen Worten verzog die Gräfin die Augen⸗ brauen.
— Die Mamſell hier,— er deutete wieder auf Sorenza,— hat ſich für eine Tochter meiner Mut⸗ ter ausgegeben. Meine Eltern hatten blos ein Kind. Man hat mir weiß machen wollen, daß meine Mut⸗ ter in irgend einem zärtlicheren Verhältniß zum Grafen Eldon geſtanden und daß dies die Urſache geweſen, daß Mamſell ſich Bencke nennt; ein Name, wozu ſie durchaus kein Recht hat.
— Mein Herr, ich kenne Ihre Mutter nicht,— ſagte die Gräſin;— Alles, was ich weiß, iſt, daß die Mamſell mit meinem verſtorbenen Mann nicht verwandt iſt..
— In dieſem Falle bleibt mir nur noch übrig zu erklären, daß ich Mamſell alles Recht abſpreche, den Namen Bencke zu tragen.
Der junge Mann entfernte ſich mit einer Ver⸗ beugung vor der Gräfin.


