247
gegründet waren. Ich bin alſo gezwungen, Ihnen ſelbſt zu ſagen, daß dieſes Zimmer mit dem heutigen Tage aufgehört hat, das Ihrige zu ſein. Sie be⸗ ſitzen durch das Teſtament meines Mannes mehr als hinreichend, um ſich ein anderes Atelier anſchaffen zu können. Ich verabſcheue Sie bis auf den Klang Ihres Namens und ich wünſche, daß er, wenn Sie dieſes Haus verlaſſen haben, mir nie mehr zu Ohren kommen möge. Was ich von Ihnen fordere, iſt, daß ſofern es nur einen Schatten von Ehrenhaftig⸗ keit in Ihrem Innern gibt, Sie nie Jemandem zu erkennen geben, in welchem Verhältniß Sie zu dem Todten geſtanden. Merken Sie ſich, daß es füͤr mich eine Schande iſt, falls man nach ſeinem Weggang das wiederholen würde, was mich blutige Thrä⸗ nen gekoſtet. Die Gräfin ſtand auf, durch einen Hu⸗ ſtenanfall dazu veranlaßt.
Während ihrer Rede hatte Niemand der Anwe⸗ ſenden darauf Acht gegeben, daß die Thüre zur Hausflur geöffnet wurde, und daß zwei Perſonen auf der Schwelle ſtehen blieben. Als die Gräfin ſchwieg, ſchloß die eine von Ihnen wieder die Thüre. Dieſe Bewegung veranlaßte Alle, ausgenommen Sorenza, dorthin zu blicken. Beim Anblick dieſer zwei frem⸗ den Perſonen fügte die Gräfin nur hinzu:
— Sie haben meinen Wunſch gehört, ſuchen Sie denſelben zu erfüllen.
Damit kehrte ſie Sorenza den Rücken, um das
telier zu verlaſſen.
Der jüngſte der unerwarteten Gäſte, ein junger Mann von einigen und zwanzig Jahren, eilte auf die Gräfin zu und ſagte:


